„Veganismus – Ethik oder Dogma?“ Ein Kommentar zur Debatte in der Zeit. #Echtzeit

Die Zeit fragt vom 28.10.-03.11.2013 in ihrem Wochenthema: „Veganismus – Ethik oder Dogma?“ und lädt dazu ein, unter anderen unter dem hashtag #echtzeit, aber auch über Leserbriefe mit zu diskutieren. Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen und werfe meine unqualifizierte Privatmeinung ebenso dazu. Meine vegane Geschichte ist schnell erzählt. Mit 14 hatte ich bei RTL-Explosiv genug Schockervideos zu Tiertransporten gesehen um für 2 Jahre gänzlich auf Fleisch zu verzichten, ich war ein sogenannter Ovo-/Lacto-Vegetarier, aß also nur Pflanzen, Milch und Eier. Soziale Zwänge und der andauernde sanfte Druck meiner Familie, und die gezielt gestreuten Fehlinformationen der karnischen Industrie (soweit meine kleine private Verschwörungstheorie) -das der Körper dingend Fleisch essen muss um groß und stark zu werden- ließen mich dann doch wieder ins alle Ernährungsschema zurückfallen. Großer Freund von Fleisch und Wurst im allgemeinen, war ich aber nie, höchstens einzelner Gerichte. Vor 4 oder 5 Jahren dann brachte mich das Zusammenkommen mit einer Vegetarierin wieder dazu über das Thema nachzudenken und ich fasste nach wenigen Tagen den Entschluß. 90% Vegetarisch! Um mir den Umstieg zu erleichtern stelle ich mir also selbst die Regel auf, wenigstens 90% Veggi zu sein, wenn ich aber einmal Heißhunger auf Döner oder Salamipizza haben sollte, wollte ich mir dieses zugestehen. Seit dem Tag, habe  ich kein einziges Stück Fleisch mehr gegessen. Heißhungerattacken auf die besagten Gerichte habe ich immer noch (Das zeigt immer wieder, wie stark das Gehirn auf „erfolgreich“ verzehrte Nahrung konditioniert), ekel mich aber allein schon vor dem Gedanken und mach mir dann lieber zuhause was anderes sündhaftes oder mittlerweile gibts ja auch mehr Alternativen zu kaufen. Vor mindestens einem Jahr etwa, hatte ich dann über die Zusammenhänge von Weizen, Zucker, den vielen Darmkrankheiten und Krebs gelesen und mich natürlich auch weiterhin über die Herkünfte von anderen Tierprodukten oder tierischen Inhaltsstoffen/Hilfsstoffen informiert. Daraus zusammen bildete sich der Schluss, nun auch mit Zucker, Weizen und allen tierischen Produkten aufzuhöhren. Das mit dem Zucker und Weizen habe ich nur 1 oder 2 Wochen geschafft, aber das vegane Leben habe ich bis heute weitergeführt, auch ohne dieses als große Last zu empfinden. Wobei ich leider sagen muss, dass ich mich selbst als Kühlschrankveganer bezeichne. Also bei allem was ich zuhause habe achte ich so weit mir bekannt auf tierfreie Inhaltsstoffe, wenn ich aber zB. mit Freunden essen bin richte ich mich nach ihnen, auch wenn dann nur ovo/lacto-Gerichte zur Auswahl stehen. Manchmal ekelt mich es dann aber auch teilweise schon ein bisschen. Auch wenn die Freunde vom tollen Geruch ihrer Gerichte schwärem, halte ich mich mit Kommentaren lieber zurück. Denn, der Fleisch anhaftenden Kadavergeruch ist auch auf dem Teller noch deutlich vernehmbar, wenn man selbst kein Fleisch mehr isst. Zusammenfassend kann ich sagen, ich bereue nichts. Ich liebe es, sogar auf sehr sehr viel Convenience-produkte verzichten zu „müssen“, weil ich dadurch gezwungen bin sehr oft selbst zu kochen. Mittlerweile kann ich mich auch als Salatsüchtig bezeichnen. Wenn nicht alle 2-3 Tage ein großer Topf Grünzeug zu essen da ist, werde ich langsam hibbelig und freue mich schon auf den nächsten. Man also sagen, Grünzeug hat, in Sachen Suchtfaktur, also schon den Platz von Pizza und Döner gut eingenommen. Die wirklich unschönen Nebenwirkungen dieses Lebensstils allerdings sind, dass einem dann erst richtig klar wird, wie unglaublich viele Tiere wir für unseren Lebensalltag täglich quälen, töten, konsumieren, verschwenden. Und das alles nur aus Spass, denn nur die Lust, also Freude am Geschmack, ist die Triebfeder dieser industriellen Tierquälerrei. Es gibt keinen anderen Grund nicht darauf zu verzichten.  Ausgenommen sind natürlich Menschen, welche auf Grund irgendwelcher Krankheiten oder anderweitig medizinisch gezwungen sind Tierprodukte zu essen, was extrem selten ist.

Nun zu den Fragen,  welche die Zeit aufgestellt hatte.

Beweggründe: Warum haben Sie sich für eine vegane Lebensführung entschieden?
Weil es die Möglichkeit dazu gibt und der Verzicht darauf anderen Lebewesen Schaden zufügen würde. Ich würde den Grund, lachs den animalisch erweiterten Kant’schen Imperativ nennen. Ich will nicht eingesperrt, gemästet und getötet werden, darum tue ich es auch anderen Lebewesen nicht an.

Wie hat dies Ihr Leben verändert?
Ich habe den deutlich vielfältigeren und moralisch angenehmeren Geschmack von Gemüse und Nüssen lieben gelernt. Ich bin immer wieder schockiert und angewiedert beim gang durch Supermärkte. Ich war schon immer fit und war als Fleischesser lange Blutspender, das bin es immer noch, ohne irgendwelche Einschränkungen, also gesundheitlich hat sich für mich spürbar nichts geändert.

Haben Sie das Gefühl, ein besserer Mensch geworden zu sein?
Nein, eher ein schlechterer. Denn ich gehe mehr Menschen mit meiner Einstellung auf die Nerven. Weil ich es falsch und grausam finde was sie tun.

Oder haben Sie sich inzwischen wieder vom Veganismus abgewandt? Aus welchen Gründen?
Nein, und das wird auch nicht passieren. Die Möglichhkeit das zu tun, habe ich jeden Tag sehr oft. Allerdings, sollte ich mal mit einem Flugzeug in den Bergen abstürzen, sollten sich alle Tiere und Menschen weit von mir fernhalten, denn Hunger macht böse! 🙂

Soziales: Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihre Entscheidung, vegan zu leben?
Es ist ja mittlerweile hip und ich würde lügen, wenn es mir nicht auch zusätzlich gefallen würde dadurch ein Alleinstellungsmerkmal zu pflegen. Mittlerweile fragen auch immer mehr Menschen aus echtem Interesse nach oder wollen diskutieren. Und es wird auch oft Rücksicht auf mich genommen, das ist sehr erfreulich.

Ist die soziale Akzeptanz in städtischen Umfeldern größer als in ländlichen?
Weiß ich nicht. Ich vermute mal schon. Neuses kommt ja oft nur sehr langsam aufs Land.

Wie funktioniert das, wenn in einer Partnerschaft nur einer vegan lebt?
Das geht für mich garnicht. Ich wähle meine Partnerin auch daraufhin aus. Wenn ein Partner, in einer lange bestehenden Partnerschaft, sich plötzlich ändern würde, halte ich das auf lange Sicht für sehr sehr schwer, weil normalwerweise ja ein bestimmtes Mindset hinter dieser Entscheidung steht. Das ist nicht vergleich mit zB. der Nikotinsucht eines Partners.

Praktisches: Wie leicht oder schwer fällt es Ihnen, vegan zu leben?
Steht ja oben schon. Es ist kein großes Problem für mich. Ich bin glücklich.
Wie ist die vegane Infrastruktur (Supermärkte, Restaurants) in Ihrer Nähe?
Ich kaufe im Netto, Kaufland und verschiedene Internetshops (erst 2x bisher). Sprich, jeder kann sich sehr einfach vegan ernähren. Gemüse gibts in jedem Supermarkt.

Welche Produkte mögen Sie besonders, welche fehlen Ihnen?
Was ich mag steht ja schon oben, verschiedenste Gemüse in allen denkbaren Zubereitungsformen und Roh und Nüsse. Gerade Nüsse sind eine tolle Möglichkeit um über lange, anstrengende Tage zu kommen und sind viel mehr, als nur ein öder Snack in Salz und Öl.
Dessweiteren fehlen mir noch überall vegane Alternativen in allen alltäglichen Situationen. Im Kaffee, FastFood, Junkfood, Mode, Einrichtung.. einfach überall. Ich weiß, die Frage: „welche fehlen Ihnen?“ sollte implizieren welche tierischen Produkte oä. man vermisst, aber wenn sie morgen feststellen das ihr Lieblingsgericht aus etwas unglaublich ekeligem besteht, würden sie es übermogen vermissen? Also ich vermisse nichts, ausser die Kompatibilität zum mainstream.

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Die Nintendo Story – Nerdfilme

Für mich als kleinen Merkzettel und für euch hab ich hier, aus aktellem Anlass einen Filmtipp und noch einige ältere hinter her die in die selbe Kerbe schlagen.

Derzeit noch anschaubar in der ZDF Mediathek:
Die Nintendo Story
Keine virtuellen Figuren haben sich tiefer in die Spielerherzen gebrannt als Mario und die Pokémon, die meistverkauften Videospieleserien aller Zeiten. Eine Doku über Macher, Träumer und Geschäfte.

Zu dem Thema findet man bei Youtube auch noch etliche weitere Filme zum satt sehen.Zudem kann ich noch dringend den Podcast: CRE089 – Computerspiele empfehlen. Und ausserdem hier noch einige weitere Filme, die ich sehr gut finde und die in diesem Thema liegen:

Die Microsoft-Story: Computer Pionier Bill Gates
Mit revolutionären Ideen legte er einst das Fundament für eines der bedeutendsten Unternehmen der Welt: Microsoft. „Die Microsoft-Story“ erzählt die Geschichte von Bill Gates,

Pirates of Silicon Valley Movie Trailer – The Story of Steve Jobs & Bill Gates

Die Geschichte von Microsoft & Apple (N24 Doku)

The Social Network

Und weitere Nerdfilme gibts, im immer wieder gern zitierten Podcast aus der Metaebene: CRE 202 – Hackerfilme

Über weitere Filmvorschläge würde ich mich freuen.

Viele Grüße,
Rob

BIOS eines GIGABYTE Mainboards nicht mehr betretbar

Ich hatte das Problem das sich das BIOS, des GIGABYTE mainboards GAB-75M D3H nicht mehr betreten ließ und der Rechner beim anschalten nicht mehr piepte, so wie er das zuvor immer getan hat. Das ist auch scheinbar ein richtiges Problem denn etliche Forumseinträge zu GIGABYTE boards lassen das erahnen:
http://www.computing.net/answers/hardware/cant-enter-motherboard-bios-gigabyte/80816.html
Mehrere posts in diesem thread bieten zur Lösung des Problems an, den BIOS-reset-jumper zu verwenden oder für sehr lange Zeit die BIOS-Stützbatterie zu entfernen, um die Funktionalität wieder herzustellen. Bei mir hat aber schon gereicht das die Festplatte vom board getrennt wurde. Nun piepte es wieder beim anschalten und das Betreten des BIOS klappte auch wieder.

Meine Erklärung dafür, dass das davor nicht klappte, ist die Kombination aus dem Fehler im BIOS und der in der Vergangenheit aktivierten BIOS-Option „ultra-fast-boot“, was scheinbar alle Boot-optionen überspringt.  Dieses habe ich nun auch wieder deaktiviert.

„Wird oft zusammen gekauft“ – Bist Du eine Sparlampe?

Eben, in irgend einem webshop. Ich bin auf der Suche nach einem neuem Mikrofonkabel. Ganz im Stil von Amazon wird unten eine kleine Auswahl von Produkten feil geboten, welche die eingebaute stochastische Messung des CMS als relevant für mich auf Grund einiger klick and view-Daten anderer Kunden dieses webshops für mich zusammen-ge-mined hat. Auf den beiden ersten Seiten sah das auch noch relativ nützlich aus. Andere Microfonkabel, Lautsprecherboxen, Mikrofon-kits und verschiedene Adapter. Doch beim 3ten Kabel, welches ich mir näher ansehen wollte, wurden folgende Produkte angeboten:

Wird oft zusammen gekauft
Mikrofonkabel 3 m Schwarz XLR-Male/XLR-Female € 18,95
Osram Glühlampe E27 60W warm-weiß Glühlampenform dimmbar € 1,49
UNITRONIC® LAN S-FTP Netzwerkkabel 4 x 2 x 0.20 mm² Grau Meterware LappKabel € 1,99

Das scheinbar so einfache und gut funktionierende Konzept der automatisierten Datenanalyse ging gründlich daneben. Ich nenne das mal einen digitalen glitch. Dieses falsche Ergebnis vermeintlich sinvoll verknüpfter Daten, zeigt sehr deutlich das automatisierte Datenanalyse auch automatisiert Fehler macht. Was wäre aber nun wenn ich kein webshop-Kunde wäre, sondern Sicherheitsbeamter oder Geheimdienstanalyst, und wenn ich nicht nach Microfonkabeln suchte, sondern nach Verbrechern die sich durch wie auch immer erzeugte Daten auf sich aufmerksam machen? Die Vorratsdatenspeicherung, öffentliche Sicherheitskameras und andere Gesellschaftsüberwachungsmaßnahmen erzeugen riesige Datenmengen, selbst der gesamte Internetverkehr soll permanent für einen kurzen Zeitraum komplett mitgespeichert werden, daß sind Mengen die kein Mensch und keine ausschließlich von Menschen betriebe Behörde jemals sichten und auswerten könnte, geschweige denn, daß sie ihrem Sicherheitsauftrag nachkommen könnte. Also wird auf automatisierte Datenauswertung im großen Stil zurück gegriffen. Diese analysiert die Daten und zeigt den auswertenden Sicherheitsbeamten nur die Menschen an, welche auf irgend eine Art und Weise mittels der auswertenden Algorithmen als relevant eingestuft worden sind. Und genau so wie der webshop mir statt Microfon, XLR-Adapter oder Meterkabel eine Glühlampe angeboten hat genau so kannst Du oder Ich bei einem Sicherheitsbeamten in der Liste der relvanten Personen angezeigt werden. Diese Person wird dann tätig werden und für eine intensivere Überwachung Deiner Person und Deiner Mitmenschen sorgen. Und sollten diese nichts finden, ist das für sie nur der Beweis dafür, dass Deine Verschleierungsstrategien so gut funktionieren das Du als noch gefährlicher eingestuft wirst und ein noch größeres Personenfeld um Dich noch intensiver überwacht wird.

Daher, setz Dich zur wehr gegen Überwachung wo immer Du kannst!
Mit Deinen Freunden, Deiner Familie und allen anderen Mitmenschen, beim CCC, der Digi-Ges, netzpolitik.org oder wo immer Du willst. Und geh zu Demos wie #StopWachingUs, #IDP13 dem Internationalen Tag für Privatsphäre, der #FreiheitStattAngst in Berlin oder komm zu den Datenspuren nach Dresden und um Himmelswillen geh wählen zur Bundestagswahl am 22. September, am liebsten natürlich die PIRATEN!

Meinung zum Urheberrecht

Das Urheberrecht, eines der schwierigsten Themen der Piratenparei. Extrem kontrovers weil es tief in unser Wirtschaftsystem eingreift. Seit mehreren hundert Jahren bauen so viele Existenzen darauf auf. Im Grunde ist es nicht weg zu denken aber es muss angepasst werden da es nicht mehr der Realität der Menschen entspricht.

Doch von Anfang an, was ist das Urheberrecht? Es soll Rückführungen von Gewinnen an Menschen sichern die Ideen hatten und diese publiziert haben. Oder fachlicher formuliert: „Das subjektive Urheberrecht bezeichnet das subjektive und absolute Recht, das die ideellen und materiellen Interessen des Urhebers an seinem Geisteswerk schützt.“ ¹

Klingt nach einer guten Sache, jemand „schafft“ ein imaterialles Gut, also einen Gedanken und kann sich nach dessen Publizierung auf seine „Schaffung“ berufen um davon zu profitieren. Das wurde desshalb als gut empfunden weil man so hoffte, das mehr Leute, mit diesem Profitziel im Augenwinkel, sich hinsetzen und gute Ideen produzieren.

Diese immateriellen Güter waren auch immer an physikalische Medien gebunden: Steintafeln, Papyrus, Bücher, Schallplatten, Fotopapier, Filmrollen. Dabei handelt es sich immer um analoge Trägermedien, welche zu kopieren einen Aufwand bedeutete und manchmal auch Informationsverlust. Es gab also immer auch eine physikalische Begründung, neben der zu ehrenden geistigen Leistung, welche kommerzialisiert werden konnnte. Funfact: Volkslieder und Volksmärchen welche nur von Mund zu Mund weitergegeben wurden, waren zum Beispiel nie Gegenstand eines Urheberrechtsstreits da ihnen das Wesen der pysikalischen Gebundenheit fehlt. Man sieht also, schon früher war die physikalische Repräsents einer geistigen Leistung für deren Gewinnausnutzung wichtiger als deren Inhalt. Wohl auch, weil schnell klar wurde das Beschränkungen mit geistigen Leistungen irgendwie schlecht funktionieren werden.

Dann kam das Bit. Und das bit ist die kleinste mögliche Informationseinheit in den auf ihnen aufbauenden Systemen. Jedes bit hat 2 Zustände 0 und 1 und muss massenhaft kopiert werden um komplexere Informationen zu repräsentieren. Diese Bit-Kopiermaschienen, auch Computer genannt, reproduzieren fast beliebig oft ohne nennenswerten Aufwand zu verlangen jede Information alias geistige Leistung die in dieses System hinein gegeben wird. Jede Information in diesem System verliert damit unweigerlich seinen physikalischen Anspruch auf Einzigartigkeit und kann von nun an in diesem System als allgegewärtig und unbegrenzt verfügbar angesehen werden. Falls Mitglieder der CDU oder Kirchenanhänger zufällig diesen Text lesen sollten, hier Mal eine etwas ungewöhnliche Analogie. Das wäre etwa so, als ob plötzlich die Engel vom Himmel herabkommen würden, jeder mit einer unendlich lange Papyrusrolle unter dem Arm und mit einer „engelsgleichen“ Stimme ausgestattet. Die plötzlich alles was ihnen gesagt, vorgesungen oder vorgespielt würde immer und überall rezipieren könnten wenn man sie danach fragt.

Von nun an wurde es schwierig, den die Diskussion um die sich die letzten Jahrhunderte gedrückt wurde, da die physikalität als begrenzendes Faktum für jede Information vorgeschoben werden konnte, wurde nun erzwungen. Und wir alle sind mitten drin!

Wie geht es weiter?
Aus dem Fakt der praktisch fast unbegrenzten Möglichkeit über jede Information in diesem System zu verfügen lassen sich 2 Folgerungen zum Umgang mit diesem Zustand ableiten. Erstens, wir müssen zu jeder Verschaltung von 2 Bits ein drittes Bit hinzufügen welche den Anpruch des Rechteinhabers repräsentiert. Um die Wirksamkeit dieses Rechtsanspruches durchzusetzen muss jede Person sich dann auch dem Rechtsanspruch gegenüber als Berechtigt ausweisen (Techniker nennen das authentifizieren, alle anderen Menschen kennen das als vorzeigen des Ausweises bei Verkehrskontrollen oder am Flughafen). Um in jedem Fall die Berechtigung zur Nutzung dieser speziellen 2 Bits sicher zu stellen muss eine Überwachung des gesamten Verkehrs innerhalb eines solchen bit-basierenden Systems stattfinden, da über jeden unüberwachten Bitverkehr potentiell jede Information (siehe Erklärung Bit-Kopiermaschine, ein Stück weiter vorne in diesem Text) rechtsanspruchsfrei übertragen werden könnte.

Die zweite Folgerung die abzuleiten ist lautet: Alle sollen kopieren und hinzufügen können. Kein Rechtsanspruch, keine Authentifizierung, keine Überwachung!

Wir Piraten, wollen die erste Folgerung nicht, soviel düfte schon mal klar sein. Aber die wenigsten Piraten oder auch Nichtpiraten trauen sich dann auch die zweite Forderung auszusprechen welche unweigerlich aus der Ablehnung der Ersten folgt. Immerhin geht es ja schlusssendlich um Wirtschaft und die mühseelig aufgebauten Vertriebswege von analogbasierenden Trägermedien die den vielen Menschen die in ihnen arbeiten und am Ende auch den Urhebern den Unterhalt finanzieren. Dabei schwingt dann auch die Angst mit das die Urheber plötzlich nicht mehr ur heben sondern zum Telefonsupport von Vodafone wechseln, Hedgefondsmanager oder Formel-1-Fahrer werden und wir auf einmal ohne neue Innovationen, Kunst oder Erfindungen da stehen, unser intellektuelles/kulturelles Leben stagnieren würde und wir uns nicht weiter entwickeln würden. Kurz gesagt, Piraten glauben das nicht! Das Urheberrecht geht davon aus das einzelne Menschen produktive Ideen haben und blendet aus das Entwicklung auch ein ständiger interaktiver Austausch von mehreren Menschen sein kann, deren Einzelbeiträge noch unter einer warnehmbaren Schöpfungshöhenrelevanz liegen können aber im Endeffekt doch die Robustheit des zu Schaffenden atomar erhöht. Piraten glauben das Firmen, Menschen auch dann noch existieren können wenn jede ihre Ideen und Produkte kopiert und verändert werden kann. Denn es wird immer wieder vergessen das, die kopierten und veränderten Ideen auch wieder vom Urheber wieder aufgenommen und verändert werden dürfte. Plötzlich stünden jeder Firma unglaublich große Innovationschätze zur Verfügung. Die Entwicklung würde sich rasant beschleunigen. Einzelnen Unternehmen würden nicht mehr große Summen in gezielte Forschung investieren und deren Resultate restriktiv vermarktet werden müssen bis eine Kostendeckung erreicht ist und darüber hinaus, sondern sich an der Entwicklung öffentlich und gesellschaftlich beteiligen. Firmen würden zur Individualisierung ihrer Produkte Ableitungen entwicklen und überschaubar finanziert weiterentwicklen um den für den Absatz wichtigen usp (unique selling point) erzustellen. Bei neuen Produkten/Ideen am Markt könnten schneller eigene Ideen vermarktet werden, in dem sich dem aktuellen Forschungs/Enwicklungstand angeschloßen wird und dieser vollumfänglich ausgenutzt und aus eigeninteresse weiterentwickelt werden würde. Das es sich dabei um keine Honigkuchenlandphantasie von mir handelt sondern auch in großem Maßstab bereits heute funktioniert zeigt die opensource-Bewegung. Die mittlerweile auch viele Menschen in Lohn und Brot brigt. Menschen wollen ständige Veränderung, Weiterentwicklung und Inspiration diese aus Gründen der informellen Wegelagerei zu unterbinden ist falsch.

Gedanken sind gleichzeitig Analog und Digital in einem. Analog weil unendlich genau = Ideell. Und digital weil perfekte Kopien in allen anderen Köpfen entstehen können.

Ich möchte hier noch ausdrücklich auf den Artikel von Andreas verweisen Und ewig kriechen die Lobbyverbände aus ihren Löchern der kurz darauf eingeht das aktuell der Urheberrechtsanspruch auf Musikstücke auf 70!!!! Jahre verlängert wurde. Unfassbar! Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch an die die Ökoverräterpartei Die Grünen. Damit darf der Kanon erweitert werden: „Wer hat uns verraten? Es waren die Demokraten. War war mit dabei? Die Piratenpartei. Und mit auf den Bühnen, waren die Grünen.“

tl:dr

Urheberrecht geht davon aus das einzelne Menschen produktive Ideen haben und blendet aus das Entwicklung auch ein ständiger interaktiver Austausch von mehreren Menschen sein kann, deren Einzelbeiträge noch unter einer warnehmbaren Schöpfungshöhenrelevanz liegen können aber im Endeffekt doch die Robustheit des zu Schaffenden atomar erhöht.

Zur Vervollständigung hier noch ein Bild das ich einfach mal in den Raum werfen möchte, welches als Idee für ein Symbolbild zum Thema Urheberrecht , allerdings speziell den §52a „Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung“, dienen und weiterentwickelt werden kann. Die Idee war eigentlich einen Artikel darüber zu schreiben und das Bild zu verwenden. Aber die Freiheit meiner Gedanken steuerte dann doch in eine ander Richtung wie man sah.

links Lehrerrin mit Buch in der Hand, rechts Schulkinder, in der Mitten ein durchgestrichener Kopierer.
links Lehrerrin mit Buch in der Hand, rechts Schulkinder, in der Mitte ein durchgestrichener Kopierer

[1] Haimo Schack: Urheberrecht und Urhebervertragsrecht. Mohr Siebck, Tübingen 2009, Rn. 2.

Über die Akzeptanz von LiquidFeedback und ständiger Mitgliederversammlung

Christopher Lauer hat wieder einen blogpost verfasst zum Thema SMV* dieser Post hier auf meinem Blog ist die etwas längere Antwort die ich auf seinem Blog schon begonnen habe:

Moin,

ich finde die SMV sehr wichtig, denn sie wäre ein weiterer Schritt auf unserer Liquid Democracy Agenda. Aber ich befürchte im Moment würde diese einfach in der Nichtnutzung versanden. Ähnlich wie LQFB. Viele Menschen würden gerne mehr das LQFB und später auch eine SMV nutzen, tun es aber nicht. Daher muss erstmal eine effektiv funktionierende Beteiligungsstruktur geschaffen werden, die ganz selbstverständlich auf LQFB und SMV zugreift.

Als ersten Schritt müssen erstmal Parteitage syncronisiert dezentral stattfinden können. Dafür brauchen wir effektive Multi-Konferenzwerkzeuge. Streaming aller teilnehmenden Untergliederungen sind dabei nicht so wichtig wie ein syncronisierter Wissensstand und endgültige valide Abstimmungen. Ich glaube daran das das machbar ist und sogar die Durchführung jeder einzelnen Veranstaltung verbessern kann.

Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu akzeptierter und angewendeter LD*** (alias LQFB und SMV) sind permanente Treffen zur Bearbeitung von definierten Themengebieten in LQFB bzw. SMV durch alle Gliederungsebenen. Mit Zielrichtung Beschlussfassung und Erzeugung politischer Fakten. viele Grüße Robert

*) SMV: Ständige Mitgliederversammlung
**) Liquid Democracy:  Mischform von repräsentativer und direkter Demokratie
***) LQFB:  Eine freie Software zur politischen Meinungsbildung

Weiterlesen „Über die Akzeptanz von LiquidFeedback und ständiger Mitgliederversammlung“

Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Der Film „Frohes Schaffen“ kommt wohl bald in die Kinos, der Untertitel des Films lautet „Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“. Schon allein wegen dem provokanten Titel könnte er mich interessieren, darum werde ich mir auch ansehen, wenn ich es nicht verpasse in Kino zu gehen

Eine Vorabetrachtung der Lage

Ich denke ja, zum Verständnis „der Arbeit“ muss man etwas tiefer in die Geschichte schauen und die vielen Wege der Entwicklung des Menschen verstehen. Als Tiere waren wir auf uns allein gestellt, mit steigender Intelligenz haben wir zusammen gearbeitet, oder Arbeitsteilung betrieben. Vom direkten Gewinn aus einer Tätigkeit beschrängt allein auf das Individuum, (zB. auf eine Palme klettern um an deren Früchte zu kommen) wurde ein abstrakter Gewinn (zB. nur wenn ein Gruppenteil auf die Heimathöhle aufpasst kann ein anderer Gruppenteil zur Jagd gehen. Der Jagderfolg wird mit den Aufpassenden geteilt). Durch solche un-individuelle Arbeiten der Gruppenmitglieder entstand für diese Gruppen dauerhafter „wirtschatlicher“ output, welcher aber für die einzelnen Gruppenmitglieder abstrakt ist. An dem konnte auch Teil gehabt werden, wenn man selber nicht zum Erfolg beitrug (Kinder, Alte, Kranke). Es entstand in jedem (jeder war mal Kind,krank, alt, usw.) das Bewusstsein dafür das man nur „privilegiert“ genug sein muss um ohne Zutun von der Arbeit der Gruppe profitieren zu können. Ob man diesen Faden jetzt weiterspinnen kann bist zu den Königen von Gottes gnaden, den Reichen aus Tradition oder den heutigen Investmentbankern müsste mal jemand anders ausarbeiten, für mich ist da zuviel Interpretationsspielraum dazwischen.

Aber ich nehme es als gegeben an das es auch in der heutigen Arbeitswelt immer Leute gibt die sich als privilegiert sehen (auch wenn sie auf Grund einer Vom-Tellerwäscher-Zum-Millionär-Vitae es eigentlich besser wissen müssten) oder gern diese Privilegien, einer sehr hohen Unterstützung der Gruppe, für sich als gegeben sehen würden. Diese kann auch leicht mit dem Begriff der Unabhängigkeit verwechselt werden. Viel Geld wird immer schnell mit viel Unabhängigkeit gleichgesetzt. Doch  diese muss keine bedingte Folge von sehr viel Geld oder viel Macht sein.  Aber dennoch versuchen sich viele dieses Privileg zu „erarbeiten“.

Im Zuge dieses, sich „hocharbeiten“ überbelasten sie sich im Vergleich zum Rest der Gruppe. Ein in diesem Fall negativer Leuchtturmeffekt lässt nun alle anderen ebenfalls mehr arbeiten. Man kennt eventuell  von Partys oder aus Managementschulungen dieses Spiel, wo viele Leute mit nur einer leichten Berührung des Fingers ein Brett bis zum Fussboden abgesengt werden soll, was aber sehr schwierig ist, da das Brett ständig nur nach oben geht. Die einzelnen powerworker unserer Gesellschaft (die sich selber in das Privileg hoch arbeiten wollen) erzeugen also einen höheren output gegenüber dem restlichen Durchschnitt und lassen damit ihren Gesellschaftsteil Mehrwerte erwirtschaftend aussehen und gleichzeitig den Rest der Gesellschaft als unterprivilegiert und bittstellend aussehen. Das ist etwas übertrieben dargestellt, zur Verdeutlichung, der komplexen, oder manchmal weniger komplexen menschlichen Verhaltensweise und der langen langen Zeit über die sich das Gesamtzusammenspiel so entwickelt hat und den sehr kleinen und feinen Veränderungsmöglichkeiten die jeder einzelne Mensch nur hat. Wir können es heute auch nicht mehr als etwas böses ansehen wenn einzelne sich zu Millionären hocharbeiten, weil wir es ja fast alle versuchen. Faktisch sollten wir aber uns selber, den Verlierern im Wirtschaftsraum Erde und der Umwelt, und damit der Zukunft unserer Spezies, zu liebe kürzer treten.

In den letzten 200 Jahren kam dazu noch ein weiterer Drall -welcher die Spirale der Arbeit schneller drehen lässt- hinzu, nämlich die Konkurrenz mit der Maschine. Diese kann immer arbeiten und fordert keine guten Arbeitsbedingungen oder mehr Geld. Auch Globalisierung und damit die Konkurrenz mit prinzipiell allen anderen auf der Welt die den Job auch machen würden trägt zur weiteren Beschleunigung bei.

Soweit meine Einschätzung dazu warum wir überhaupt in einer arbeitswütigen Welt leben.

Wer möchte kann sich diesen Klotz noch durchlesen: http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit

Ebenfalls ein interessanter Denkanstoss war für mich « Le droit à la paresse » Das Recht auf Faulheit