Wahlkampf-Slogan für die Piraten zur Bundestagswahl 2013

Phlo Bokor hatte vor kurzem an den Plakaten einer Ausschreibung für unseren Bundestagswahlkampf seine Missgunst ausgelassen. Evtl. war das der Grund das noch was im Hinterköpfchen bei mir vor sich hin brodelte. Jedenfalls, grade beim Abendbrot dachte ich so über die derzeitigen Meldungen über uns in den Medien nach, zB. der inhaltlich sehr schlechte Filmbeitrag des Magazins Klartext, welchen ich daher hier gar nicht verlinken möchte. Und kam zum Trotzschluss, ja, dann macht doch: wählt halt keine Piraten!

Ein kurzes Experiment an dieser Stelle:
Denke nicht an Elefanten!
Denke nicht an Elefanten!
Denke nicht an Elefanten!
… woran dachtes Du?

Na? Du kennst das, natürlich dachtest Du an Elefanten. Denn an etwas „nicht“ zu denken ist nicht möglich. Von daher hat auch der Slogan „Wählt Piraten nicht!“  allein von sich aus direkten impact auf den Frontalkortex. Aufgeweitet wird der Slogan wenn darunter etwas kleiner eine Ergänzung mit Themen aus dem Wahlprogramm in ganz kurzen Wortgruppen angefügt wird. Hier ein paar Beispiele.

Wählt Piraten nicht!

..wenn alle Bürger genug Mitspracherecht in der Politik haben.

Beteiligung ist für den Bundestag ein Fremdwort, Inhalte interessieren nur wenn sie aus der eigenen peergroup kommen.


 

Wählt Piraten nicht!

..wenn schon alle Lobbyisten des Bundestags bekannt sind.

Wir wollen das Lobbyistengruppen ihre arbeit tuen, aber auch darüber Bescheid wissen.


Wählt Piraten nicht!

..wenn der Bundestag schon neue Medien verstanden hat.

Das Internet ist da un geht auch nicht mehr weg. Doch verstanden es zu nutzen hat die Politik noch nicht


Wählt Piraten nicht!

..wenn Vollbeschäftigung möglich ist.

Wir glauben an eine andere Beschäftigungswelt und an Wertschätzung der Zeit und Arbeit die Menschen aufbringen wollen.


Also ich finde diese Slogans hätten wieder einen guten Spirit, so mit Kraft und Visionen um den Leuten einfach klar zumachen was wir wollen und vorallem wo wir uns abgrenzen zu allen anderen Parteien. Ausserdem haben sie Eier(stöcke) und sind piratig. Die älteren von euch erinnern sich evtl noch daran woher der Name Piraten ursprünglich kam. Weil die bstimmte Lobbygruppen uns der Piraterie bezichtigte und damit Piraten nannte. Jetzt werden wir die großen Verlierer genannt.
Ich finde wir sollten diese Energie die gegen uns fährt aufnehmen und ausnutzen und in Vortrieb verwandeln statt gegen sie anzukämpfen. Ausserdem ist noch ein kleiner Augenzwinkerer dabei was uns die verlorengegangenen Sympatiepunkte zurückbringen wird.

Also Design würde ich die Plakatdesigns von 2009 einfach wiederverwenden, die sind noch nicht abgenutzt im Kopf des Wählers, sind sehr catchy und diese Wiederholung würde auch alte „Gefühle“ wieder reaktivieren.

Also was sagt ihr?

Piraten nicht wählen! ..wenn
Piraten nicht wählen! ..wenn
Piraten nicht wählen! ..wenn

oder

Wähle Piraten!
Wähle Piraten!
Wähle Piraten!

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Autor: Rob Tranquillo

Software tester & web coder, social & politics, snow & wakeboard, guitar & bass, vegan & yoga

5 Kommentare zu „Wahlkampf-Slogan für die Piraten zur Bundestagswahl 2013“

  1. Boah, Vorsicht! Ich hab grad dieses Semester an meiner High School in „German“ genau das Thema gehabt, wie diese Verneinungen funktionieren. „Denke nicht an einen rosaroten Elefanten“ ist die eine Sache. Aber wenn ich etwas anderes negiere: „Fahre nicht zu schnell!“, dann kapiert das trotzdem jeder.

    Wieso ned gleich beim Original bleiben? „Denk‘ jetzt mal nicht an einen Piraten!“ (und schon hat jeder Jack Sparrow im Kopf), und dann kleiner drunter: „… und wähle sie auch nicht, wenn Du wirklich glaubst, dass schon [dieses und jenes super ist].“

  2. Hallo Tessa,

    auch eine schöne Formulierung. Mit dem einen Makel, das es auf Plakaten etwas verloren gehen wird. Die Durchschnittliche Lese- und Verarbeitungszeit für Plakate liegt bei 2-4 Sekunden. Die Formulierung muss daher sehr sehr kurz sein. Eigentlich ist auch eine Verneinung schon zu viel, darum machen es Parteien nicht gerne.

    Bei Deinem Beispiel mit „Fahr nicht zu schnell!“ sieht noch etwas anders aus. Hier steht ein Argument „Fahr“ (möglicherweise negativ auszulegende) gegen zwei Argumente in positive Aussagerichtungen, denn „Nicht“ ist die Negation und „zu schnell“ ist eine Werung in positive Richtung. Also 2 Argumente gegen 1.
    (Sorry wenns unverständlich ist, ich bin kein Sprachwissenschaftlerm, ich gehen nur von meinem Gefühl aus.)

    Viele Grüße
    Robert

  3. „Langsam fahren!“ fände ich da deutlich besser als „Fahr nicht zu schnell!“. Klingt deutlich positiver. Ebenso wie z.B. der Begriff „Finden“ deutlich positiver ist als der Begriff „Suchen“, obwohl beides den selben Hintergrund hat.

    Es macht auf jeden Fall Sinn, Slogans nach Mehrdeutigkeiten und positiver/negativer Suggestion hin zu überprüfen und zu optimieren, gerade wegen der kurzen Lese-/Verarbeitungszeit.

    Und wie schon mal erwähnt, die Kraft der Mantras nicht unterschätzen, bestes Beispiel war ja einst „Yes we can, yes we can, yes we can!“ Daran erinnert sich heute auch noch jeder. Beides kombiniert – also Slogan und Wiederholung – und die Aussage sollte in den Köpfen kleben bleiben.

    Grüße, Kai

  4. Ich hatte die Vorstellung Systemfragen sowie paradoxe Aussagen gegenüber zustellen und mit Hilfe von einfach verständlichen Infografiken (http://www.infografiker.com) oder Sinnbildern (Beispiel: http://bit.ly/WMMOyd) Interesse zu schaffen.
    Diese Slogans müssen schnell aufnehmbar sein, heißt auf deren Wurzel reduziert sein.
    Eine solche tiefsitzende Frage/Behauptung, führt erst im Verdauensprozess zur womöglichen Erkenntnis. Dieses Verdauen wird durch innere Beantwortung, durch Diskussionen im privaten Umfeld aber vielleicht sogar durch Selbstrecherche begleitet.

    Ein Werk (Wahlplakat), welches Wort und Bild zu einer wichtigen politischen Frage vereint, muss empathisch und zugleich aufwühlend sein. Die Thematik kann komplex sein, sollte aber jedoch die Grundthese schnell erfassbar aufzeigen. Wenn sie auffällig sind, werden sie ihren Leser ein 2. Mal länger treffen.

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