Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Der Film „Frohes Schaffen“ kommt wohl bald in die Kinos, der Untertitel des Films lautet „Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“. Schon allein wegen dem provokanten Titel könnte er mich interessieren, darum werde ich mir auch ansehen, wenn ich es nicht verpasse in Kino zu gehen

Eine Vorabetrachtung der Lage

Ich denke ja, zum Verständnis „der Arbeit“ muss man etwas tiefer in die Geschichte schauen und die vielen Wege der Entwicklung des Menschen verstehen. Als Tiere waren wir auf uns allein gestellt, mit steigender Intelligenz haben wir zusammen gearbeitet, oder Arbeitsteilung betrieben. Vom direkten Gewinn aus einer Tätigkeit beschrängt allein auf das Individuum, (zB. auf eine Palme klettern um an deren Früchte zu kommen) wurde ein abstrakter Gewinn (zB. nur wenn ein Gruppenteil auf die Heimathöhle aufpasst kann ein anderer Gruppenteil zur Jagd gehen. Der Jagderfolg wird mit den Aufpassenden geteilt). Durch solche un-individuelle Arbeiten der Gruppenmitglieder entstand für diese Gruppen dauerhafter „wirtschatlicher“ output, welcher aber für die einzelnen Gruppenmitglieder abstrakt ist. An dem konnte auch Teil gehabt werden, wenn man selber nicht zum Erfolg beitrug (Kinder, Alte, Kranke). Es entstand in jedem (jeder war mal Kind,krank, alt, usw.) das Bewusstsein dafür das man nur „privilegiert“ genug sein muss um ohne Zutun von der Arbeit der Gruppe profitieren zu können. Ob man diesen Faden jetzt weiterspinnen kann bist zu den Königen von Gottes gnaden, den Reichen aus Tradition oder den heutigen Investmentbankern müsste mal jemand anders ausarbeiten, für mich ist da zuviel Interpretationsspielraum dazwischen.

Aber ich nehme es als gegeben an das es auch in der heutigen Arbeitswelt immer Leute gibt die sich als privilegiert sehen (auch wenn sie auf Grund einer Vom-Tellerwäscher-Zum-Millionär-Vitae es eigentlich besser wissen müssten) oder gern diese Privilegien, einer sehr hohen Unterstützung der Gruppe, für sich als gegeben sehen würden. Diese kann auch leicht mit dem Begriff der Unabhängigkeit verwechselt werden. Viel Geld wird immer schnell mit viel Unabhängigkeit gleichgesetzt. Doch  diese muss keine bedingte Folge von sehr viel Geld oder viel Macht sein.  Aber dennoch versuchen sich viele dieses Privileg zu „erarbeiten“.

Im Zuge dieses, sich „hocharbeiten“ überbelasten sie sich im Vergleich zum Rest der Gruppe. Ein in diesem Fall negativer Leuchtturmeffekt lässt nun alle anderen ebenfalls mehr arbeiten. Man kennt eventuell  von Partys oder aus Managementschulungen dieses Spiel, wo viele Leute mit nur einer leichten Berührung des Fingers ein Brett bis zum Fussboden abgesengt werden soll, was aber sehr schwierig ist, da das Brett ständig nur nach oben geht. Die einzelnen powerworker unserer Gesellschaft (die sich selber in das Privileg hoch arbeiten wollen) erzeugen also einen höheren output gegenüber dem restlichen Durchschnitt und lassen damit ihren Gesellschaftsteil Mehrwerte erwirtschaftend aussehen und gleichzeitig den Rest der Gesellschaft als unterprivilegiert und bittstellend aussehen. Das ist etwas übertrieben dargestellt, zur Verdeutlichung, der komplexen, oder manchmal weniger komplexen menschlichen Verhaltensweise und der langen langen Zeit über die sich das Gesamtzusammenspiel so entwickelt hat und den sehr kleinen und feinen Veränderungsmöglichkeiten die jeder einzelne Mensch nur hat. Wir können es heute auch nicht mehr als etwas böses ansehen wenn einzelne sich zu Millionären hocharbeiten, weil wir es ja fast alle versuchen. Faktisch sollten wir aber uns selber, den Verlierern im Wirtschaftsraum Erde und der Umwelt, und damit der Zukunft unserer Spezies, zu liebe kürzer treten.

In den letzten 200 Jahren kam dazu noch ein weiterer Drall -welcher die Spirale der Arbeit schneller drehen lässt- hinzu, nämlich die Konkurrenz mit der Maschine. Diese kann immer arbeiten und fordert keine guten Arbeitsbedingungen oder mehr Geld. Auch Globalisierung und damit die Konkurrenz mit prinzipiell allen anderen auf der Welt die den Job auch machen würden trägt zur weiteren Beschleunigung bei.

Soweit meine Einschätzung dazu warum wir überhaupt in einer arbeitswütigen Welt leben.

Wer möchte kann sich diesen Klotz noch durchlesen: http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit

Ebenfalls ein interessanter Denkanstoss war für mich « Le droit à la paresse » Das Recht auf Faulheit

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Autor: Rob Tranquillo

Software tester & web coder, social & politics, snow & wakeboard, guitar & bass, vegan & yoga

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